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BUCHEN
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Pflanzen sind viel mehr als nur Dekoration.
Sie verbinden Kunst und Natur – und glücklich und gesund machen sie auch.

Lange war die Zimmerpflanze der Inbegriff der Spießigkeit. Messing-Gießkannen galten als Utensilien des Kleinbürgers, nichts war biederer als eine Pergola.

Kein Wunder: In den 70er-Jahren blühten Geranien und Alpenveilchen auf Fensterbänken, in den 80ern wurden sie durch Yucca-Palmen und Ficus Benjamini abgelöst, die in Studentenbuden ein trostloses Dasein fristeten und schließlich verschwanden. Das brauchte kein Mensch. Für 20 Jahre verbannte man die Natur aus der Wohnung, bis das Grün plötzlich wieder auftauchte. Heute nennt sich der Trend »Urban Jungle«. Hängeampeln heißen Plant-Hanger, Pflanzen ranken aus Hängekonstruktionen, Marmortöpfen oder Blumenampeln.

Nicht ganz unschuldig daran ist das Internet. Auf Pinterest und Instagram stellen Nutzer ihre Grünpflanzen online, auf skandinavischen Interior-Blogs feiern gestrige Arten wie Gummibäume, tropische Palmen und Sukkulenten ein Revival. Ein Hype mit wirtschaftlichen Folgen: Im vorletzten Jahr wurden in Deutschland Zimmerpflanzen im Wert von 1,5 Milliarden Euro verkauft.


Wobei man zugeben muss, dass sich einiges verändert hat. Heute stehen Palmen nicht mehr willenlos in Ecken herum. Gewächse werden kuratiert, Grüntöne werden kombiniert, Übertöpfe abgestimmt, Kakteen wie Kunstwerke arrangiert. Dazu bieten die Blumenläden heute mehr als Baccara-Rosen oder Biermeier-Sträuße in Spitzen-Manschette. Verkauft werden Wildblumen oder Zweige, die mit Früchten behangen sind. Ganze Äste eines Magnolien-Baums. Trockenblumen. Oder einzelne Stängel des 60s-Lieblings Monstera. Keine Frage, mit der Floristik von einst hat das nichts zu tun.

Der schönste Beweis: das englischsprachige Buch »Evergreen – Living with Plants«, das der Gestalten Verlag herausgegeben hat. Das Buch stellt Blumen-Künstler vor, zeigt begrünte Dächer, Zimmer und Stadtprojekte und gibt zusätzlich Tipps fürs Gärtnern. Da macht allein das Blättern durch Blätter froh. Und wenn wir schon beim Frohsinn sind: Blumen machen auch gesund. Laut Untersuchungen der US-Raumfahrtbehörde NASA sind Zimmerpflanzen Schadstofffilter, Sauerstoffspender, Luftbefeuchter und Schalldämpfer.

Dabei ging es der NASA zunächst nicht primär ums Grünzeug. Mit der »Clean Air Study« wollte man herausfinden, wie man das Klima in den Raumstationen optimiert. Das Resultat war deutlich: durch Pflanzen. Sie produzieren nicht nur Sauerstoff, sie können auch die Konzentration von schädlichen Gasen in geschlossenen Räumen verringern. Oder anders gesagt: Sie reinigen die Luft von Schmutz und Lärm.

Und nicht nur das. Andere Studien belegen, dass Grünpflanzen eine entspannende Wirkung auf den Menschen haben. Wobei das schon Sigmund Freud wusste. »Blumen anschauen hat etwas Beruhigendes: Sie kennen weder Emotionen noch Konflikte«, schrieb er einmal. Wer weiß.

Klar ist nur: Mit Pflanzen ist das Leben ein bisschen schöner.

EVERGREEN – LIVING WITH PLANTS, Gestalten (Hrsg.), 256 S., 39,90 Euro.
www.gestalten.com

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Abreise Sa 13 Aug

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